
Die HeimMariechen …
Ein Haufen Hallodris mit einer gemeinsamen Idee
Die gemeinsame Idee nach dem Karnevalszug schön Feiern, ausgelassen Tanzen, Spaß haben, und dazu „Jutes tun“ gab’s schon Ende der 80er und wurde damals mit der Pfadfinderschaft St. Georg aus St. Tönis im Rücken umgesetzt.
So ging’s: Die Musikanlage zuhause abgebaut, Plattenspieler und Tapedeck untern Arm, sorgfältig ausgewählte Singles, LPs, Kassetten in die Kiste und alles rein in den Bulli. Die selbstgebaute Lichtanlage aus Ampeln oder Scheibenwischermotoren durfte auch nicht fehlen. Dann auf ins Marienheim! Alles auspacken, aufbauen, Soundcheck, Getränke am Start und – Türen auf!
Das Motto: „Karneval im Nonnensaal“ oder „TWIST and SHOUT“! Und los ging die Party!
Der Saal füllte sich, die Theke füllte sich, die Tanzfläche füllte sich, der Vorraum füllte sich, die Straße füllte sich – bis nichts mehr ging. Aber getanzt wurde trotzdem: Kracher von Police, Philipp Boa, New Model Army, den Toten Hosen, Fugazi, AC/DC, The Smiths oder Fischer Z teilten sich das Schlachtfeld mit Aretha Franklin, The Cure, James Brown, Gloria Gaynor, Alanis Morissette oder Earth, Wind & Fire. Nicht alles war immer ernst gemeint: Modern Talking mussten Federn lassen, wurden so lange angespielt, bis der Saal auf die Barrikaden ging! Zu den Bläck Fööss hingegen durfte überschwänglich geschunkelt und laut mitgesungen werden. Bis das Licht unter „Buh“-Rufen wieder anging und die Letzten rausgekehrt waren.
Der Überschuss aus den Erlösen wurde für einen guten Zweck gespendet.
Das ging einige Jahre so. Dann war die Party im Marienheim einfach nicht mehr umsetzbar. Ein Umzug ins Corneliusfeld schaffte vorerst eine Lösung und auch wieder ein volles Haus. Aber es war halt nicht mehr dasselbe. So richtig warm wurde keiner mit der neuen Location. Hinzu kam, dass der Einstieg in Beruf oder Studium oder der Dienst mit oder ohne Waffe ein solches Engagement nicht mehr zuließen. So war das Forum nur noch ein weiteres Jahr Ort des Spektakels.
Seitdem gab es keine vergleichbare After-Zoch-Party mehr im Marienheim. Erhalten bleiben die schöne Erinnerung an die Partys, die Begeisterung für Musik und fürs Tanzen, die Freundschaften und … die gemeinsame Idee!
Ungefähr 35 Jahre später, haben sich die Feiermöglichkeiten, die Veranstaltungsorte und die Musik zu Karneval verändert. Nach dem „Zoch“ etablierte sich das Festzelt des TKK auf dem Parkplatz an der Willicher Straße zum Feiern für junges Publikum und traditionelle Karnevalisten. Viele der Generationen ab 25 finden sich in der Musik und im Ambiente des „Zelts“ nicht mehr wieder. Eine Alternative ließ lange auf sich warten. Und: „Von nix kömp nix“! Da war sie wieder: Die gemeinsame Idee!
